Kanada auf einen Blick

Bevölkerung

Mit einer Wachstumsrate der Gesamtbevölkerung von weniger als 1 % zwischen 2001 und 2006 im Jahresdurchschnitt verzeichnete Kanada das zweithöchste Bevölkerungswachstum unter den G7-Industriestaaten und lag nur knapp hinter den USA. Zwischen Mitte 2005 und Mitte 2006 entfielen ungefähr zwei Drittel dieses Wachstums auf die Einwanderung mit ihrem Fokus auf hochqualifizierten Arbeitskräften. Nach dem 2006 World Competitive Yearbook der schweizer Wirtschaftshochschule IMD weist Kanada unter den untersuchten 50 Staaten den höchsten Anteil an Personen mit mindestens einem College- oder Universitätsabschluss auf.

Geographische Merkmale

Kanada ist das zweitgrößte Land der Welt und bedeckt den gesamten nördlichen Teil des nordamerikanischen Kontinents mit Ausnahme von Alaska (die Provinzen British Columbia und Ontario sind je viermal so groß wie Großbritannien). Das Land bedeckt eine Fläche von 9.093.507 km2 (ohne Süßwassergebiete). Umgeben vom arktischen, atlantischen und pazifischen Ozean ist Kanadas Küste die längste der Welt (243.792 km). Der südlichste Punkt des Landes, Point Pelee in Ontario, liegt südlicher als Rom, während der nördlichste Landeszipfel auf Ellesmere Island nahe am Nordpol liegt.

Die gemeinsame Grenze Kanadas mit den Vereinigten Staaten von Amerika erstreckt sich über 8.893 km. Von den 20 größten Städten Kanadas befinden sich 17 nur anderthalb Autostunden von der US-amerikanischen Grenze entfernt.

Im Landesinneren ist das Klima kontinental mit warmen Sommern (Durchschnittstemperatur im Juli: 15 bis 25 °C) und kalten, schneereichen Wintern (Durchschnittstemperatur im Januar: -16 bis -6 °C). Das maritime Klima an der Ost- und Westküste des Landes ist tendenziell im Winter etwas milder und im Sommer etwas kühler.

Wirtschaftstätigkeit

Im den Jahren 2005 und 2006 hat Kanada den neunten Haushaltsüberschuss in Folge verzeichnet und zum zehnten Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. Der Überschuss wurde zur Verringerung der Staatsverschuldung auf 35 % des BIP verwendet, die sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 24 Jahren befindet.

Beim Wachstum des BIP lag Kanada im Zeitraum 2002 - 2005 auf der Spitzenposition unter den G7-Staaten, und eine Fortsetzung der dynamischen Entwicklung des Landes steht für den Zeitraum 2006 - 2008 zu erwarten. Mit einem Anteil Erwerbstätiger an der Gesamtbevölkerung von 54 % rangiert Kanada an der Spitze aller G7-Staaten. Nach einem allmählichen Rückgang von ungefähr 8 % Anfang 2002 lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2005 bei 6,8 % und blieb somit nahe am Rekordtief in 30 Jahren.

Merkmale der wichtigsten Produktivsektoren

Die kanadische Wirtschaft ist diversifiziert. Den höchsten Beitrag zum BIP leistet der Dienstleistungssektor, auf den 2005 68,9 % des BIP entfielen.

Im Jahr 2004 besaßen 689 von 1.000 Personen einen PC. 629 von 1.000 Kanadiern nutzten 2004 das Internet. Im gleichen Jahr belegte Kanada in einer 60 Länder umfassenden Studie von Breitband-Abonnenten den dritten Platz und kam auf eine Quote von 147 von 1.000 Personen. 2005 erwarben die Kanadier Güter und Leistungen im Wert von 39,2 Milliarden CAD über das Internet, ein Anstieg von 38 % gegenüber 28,3 Milliarden CAD im Jahr 2004. Nach 38 % im Jahr 2004 waren 2005 bereits 42 % der Einzelhandelsgeschäfte mit einer Website im Internet vertreten.

Die kanadische Bundesregierung hat enorme Investitionen zum Ausbau der elektronischen Infrastruktur getätigt, um E-Commerce und E-Government zu fördern und zu erleichtern. Im Laufe der letzten Jahre lag Kanada unter 22 in einer E-Government-Studie der Unternehmensberatung Accenture untersuchten Ländern stets auf einem der vordersten Plätze beim Angebot staatlicher Leistungen im Internet. Alle Bundesministerien sind für Informationszwecke über das Internet erreichbar; Erklärungen können auf elektronischem Wege über die Hauptseite (www.canada.gc.ca) eingereicht werden, auf der auch Links zu jeder Provinzregierung zu finden sind.

Kanada verfügt über eine breite industrielle Basis, und der produzierende Sektor konnte seine Wettbewerbsfähigkeit in den 90er Jahren verbessern. 2005 entfielen auf den Industriesektor 28,6 % des BIP (dazu zählen der Bergbau, die Erdöl- und Erdgasförderung, das produzierende Gewerbe, das Baugewerbe und die Versorgungsbetriebe).

Der primäre Sektor spielt eine wichtige Rolle, auf ihn entfallen ein Viertel der Exporte und 5,8 % des BIP. Der Rohstoffsektor Kanadas ist zwischenzeitlich technologisch sehr weit fortgeschritten - der ungeheure Produktivitätszuwachs in diesem Sektor ist einer der Gründe, warum die Ausfuhr von Rohstoffen für die kanadische Wirtschaft noch immer lebenswichtig ist. 2005 zeigte die Mineraliengewinnung des Landes folgendes Bild (in Tsd. Tonnen): Kupfer 573 (Raffinadekupfer 515), Nickel 182, Blei 73 (Feinblei 110), Zink 621 (Raffinadezink 723), Eisenerz 30.125; hinzu kamen 119.000 Tonnen Gold, 1.060 Tonnen Silber und 12,6 Tonnen Uran. Der Landwirtschaftssektor trug 2005 einen Anteil von 2,2 % zum BIP bei, wobei sich die landwirtschaftlichen Erträge aus Tierprodukten auf 18.462 Millionen CAD und aus Getreide auf 13.500 Millionen CAD beliefen.

Die Sektoren mit den höchsten Auslandsinvestitionen im Jahr 2005 waren Finanzen und Versicherungen (89.107 Millionen CAD) und Energie (81.887 Millionen CAD).