Biotechnologie

Kanada setzt Maßstäbe

Dass Kanada in der Biotechnologie zu den fünf führenden Ländern der Erde gehört, ist den weltweit anerkannten Spitzenleistungen der Branche zu verdanken.

Dabei profitiert der Biotech-Sektor nicht zuletzt von schlagkräftigen Partnerschaften, die dafür sorgen, dass staatliche Forschungsgelder durch Kooperationen zwischen Universitäten und der Industrie effizient genutzt werden und dass für junge kanadische Biotech-Firmen moderne Finanzierungs- und Wagniskapitalprogramme zur Verfügung stehen.

Bewährt und leistungsstark: die Forschungsbereiche

  • Genomforschung
  • Proteomforschung
  • Bioinformatik
  • Immuntherapien
  • Protein-Engineering
  • neue Darreichungs- und Dosiersysteme für Medikamente
  • Impfstoffe
  • regenerative Medizin (Stammzellen)
  • Neurowissenschaften
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

„In Kanada findet man problemlos Kapital für die Anlauffinanzierung, erstklassige Forschungskräfte und zukunftsgerichtete Universitäten. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergeben sich vielfältige Chancen für ein unternehmerisches Engagement in der Biotech-Branche.”

Ian McBeath, President und CEO
Inflazyme Pharmaceuticals Ltd.

Spitzenforschung

Kanada hat das volkswirtschaftliche Potenzial des Biotech-Sektors erkannt und sich deshalb offiziell zum Ziel gesetzt, in der Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet einen Platz unter den fünf führenden Ländern der Welt zu erobern.

Porträt des kanadischen Umweltsektors (Stand: 2003)

  • 496 Biotechnologieunternehmen, davon 17 % börsennotiert
  • Biotech-Umsätze von 3,8 Mrd. CAD: ein Zuwachs von 96 % gegenüber 1999
  • 17.065 Produkte/Verfahren in unterschiedlichen Entwicklungsstadien; davon sind beinahe zwei Drittel bereits auf dem Markt
  • F&E-Aufwendungen von 1,5 Mrd. CAD: ein Zuwachs von 80 % gegenüber 1999
  • Anstieg der F&E-Aufwendungen von börsennotierten Gesellschaften um 224 % gegenüber 1998
  • Biotechnologieausgaben im Bundeshaushalt von jährlich 791 Mio. CAD, davon 96 % für F&E (2004/05)
  • Humanmedizin als Schwerpunkt des kanadischen Biotech-Sektors; 53 % der Unternehmen sind in diesem Bereich tätig:

    • Biopharmazeutika-Umsätze von 2,1 Mrd. CAD
    • über 78 % aller Biotech-Arbeitsplätze in diesem Bereich.
      (176 Biopharmafirmen, Stand 2006)
    • fast 90 % der Forschungsmittel für Biotech fließen in diesen Bereich
      (Biopharma-F&E: 1,3 Mio. CAD)

  • Nordamerikas größte medizinische Fakultät in Toronto mit der höchsten Anzahl der durch Peer-Review geprüften Publikationen im weltweiten Vergleich medizinischer Forschungseinrichtungen

Erfolge in der Forschung

  • Ein Forschungsteam der medizinischen Fakultät der Laval University am Centre Hospitalier Universitaire de Québec entdeckte kürzlich einen natürlichen körpereigenen Abwehrmechanismus gegen die Degeneration von Nervenzellen, wie sie bei der Alzheimer-Krankheit auftritt. Daraus könnte ein neuer therapeutischer Ansatz zur Behandlung von Alzheimer entstehen.

  • Biomediziner von der University of Toronto haben mit der Erforschung genetischer Wirkmechanismen für verschiedene Krankheiten Pionierarbeit geleistet und ein Verfahren entdeckt, um die Anzahl der aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen durch die Ausschaltung von unerwünschten wachstumshemmenden Zellen zu erhöhen.

  • Wissenschaftler der McGill University haben ein Gen entdeckt, das bestimmt, wie schnell nach einer Infektion Tuberkulose ausbricht. Mit diesem Durchbruch wurde deutlich, wie durch ein Gen der zeitliche Verlauf zwischen der Erstinfektion und dem Ausbruch einer Krankheit gesteuert wird.

  • Ein Neurowissenschaftler aus British Columbia hat den weltweit ersten Bluttest entwickelt, um Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, ALS (Lou-Gehrig-Syndrom) und Creutzfeld-Jakob zu diagnostizieren. Der Test dürfte in zwei Jahren auf dem Markt verfügbar sein.

  • Einem internationalen Team unter der Leitung von drei Mikrobiologen der University of British Columbia ist mit der genetischen Entschlüsselung eines Bodenbakteriums (RHA 1) die erste vollständige Sequenzierung eines derartigen Organismus gelungen. Die Arbeit gibt Aufschluss darüber, wie das Bodenbakterium PCB und andere Giftstoffe abbaut und sich an seine jeweilige Umgebung anpasst.

Weitere Informationen