Automobil

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Kanadas Automobilindustrie

Der Wachstumsmotor

Es überrascht kaum, dass die Economist Intelligence Unit (EIU), die Forschungsabteilung des britischen Wirtschaftsmagazins The Economist, Kanada im weltweiten Vergleich die günstigsten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie bescheinigt. Immerhin haben die kanadischen Montagewerke einen Kostenvorteil von 6,4 % gegenüber den USA und erhalten bessere Produktivitätsnoten als mexikanische oder US-amerikanische Produktionsstätten. Ein Drittel aller in Nordamerika vergebenen J.D. Power-Qualitätspreise gingen an kanadische Standorte; das ist doppelt so viel, wie dem Anteil des Landes am nordamerikanischen Produktionsvolumen entspräche. In fünf der letzten sechs Jahre wurden die Werke von Toyota und GM in Kanada sogar als Beste ihrer Hemisphäre eingestuft.

Darüber hinaus ist Kanada im Vergleich der zehn wichtigsten Autonationen weltweit das Land mit den zweitniedrigsten Körperschaftssteuersätzen. Bis 2012 sollen sie abermals von 19 % auf 15 % sinken und sind dann nicht einmal mehr halb so hoch wie in den USA. Auch die letzten Bundesetats enthielten Steuererleichterungen von über 1 Mrd. CAD für den Sektor. Außerdem hat Kanada in Sachen Knowhow einiges zu bieten. Dank großzügiger Steuervergünstigungen auf Bundesebene haben sich die F&E-Ausgaben der Automobil- und der Zulieferindustrien in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Durch das hohe Bildungs- und Ausbildungsniveau im Land sind Fachkräfte in Kanada keine Mangelware, denn die Studien- und Ausbildungsangebote vieler Universitäten und Colleges sind auf die Bedürfnisse des Automobilsektors zugeschnitten. Zu guter Letzt bietet Kanada im Vergleich der zehn größten Autonationen auch noch die höchste Lebensqualität und belegt innerhalb der G7 den ersten Platz. Deshalb, verehrte Investoren, geben Sie Gas!

Was Kanada Ihnen zu bieten hat

  • Kanada ist nach Japan und den Vereinigten Staaten der drittgrößte Exporteur von Kfz-Produkten. 16,7 % der nordamerikanischen Fahrzeugproduktion entfallen auf Kanada.
  • In der Produktion arbeiten 168.730 Menschen, im Vertrieb und Servicebereich sind es sogar 343.300.
  • 84 % der in Kanada gebauten Fahrzeuge gehen in den Export, vor allem in die USA.
  • Die jährlichen Anlageinvestitionen in der Kraftfahrzeugindustrie lagen in den vergangen zehn Jahren bei durchschnittlich 3,5 Mrd. CAD.
  • Unter den zehn wichtigsten Automobilländern der Erde belegt Kanada:
    • Platz 1 beim prozentualen Bevölkerungsanteil mit höheren Bildungs- und Berufsabschlüssen,
    • Platz 2 bei der Verfügbarkeit qualifizierter Ingenieure und Techniker,
    • Platz 2 beim systematischen Transfer und bei der kommerziellen Verwertung von Knowhow zwischen Universitäten und Unternehmen,
    • Platz 3 bei der technischen Infrastruktur.

Porträt des kanadischen Automobilsektors

Fertigung: Kanada produziert alles, was fährt. So stellt die kanadische Autoindustrie zum einen kleinere Fahrzeuge wie Pkw, Lieferwagen und Kleinlaster, zum andern schwere Fahrzeugtypen wie große Lkw, Überland- und Schulbusse sowie Armeefahrzeuge her. Die Montagewerke für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sind alle im Süden Ontarios zu finden, wohingegen die Werke für schwere Lastwagen und Busse in Ontario, Québec und Manitoba liegen. Darüber hinaus werden in Kanada eine Vielzahl von Teilen, Baugruppen und Systemen für den Kfz-Bereich hergestellt. Damit stellt der Automobilsektor Kanadas größtes produzierendes Gewerbe dar. 2007 steuerte er 14 % zum BIP des produzierenden Sektors bei.

Fahrzeugmontage: Kanada verfügt über 22 Pkw- und Nutzfahrzeugwerke, die jährlich 2,6 Mio. Fahrzeuge produzieren, wobei der Wert der ausgelieferten Produkte 60,8 Mrd. CAD erreicht. Das Verhältnis der Produktion zum Umsatz liegt bei 1,5 zu 1. Innerhalb eines Umkreises von 500 km zur Grenze bei Windsor und Detroit liegen 36 große Montagestätten, wo 2007 6,98 Mio. Fahrzeuge vom Band liefen. Überdies liegt Kanada in nächster Nähe zu allen wichtigen F&E-Zentren der US-Automobilindustrie. Dabei sind die Montagebetriebe auch direkt in die Wertschöpfungsketten der USA und Mexiko eingebunden.

Fahrzeugteile: Der mehr als 650 Unternehmen umfassende Zuliefersektor beschäftigt in Kanada über 92.000 Menschen und lieferte im Jahr 2006 Autoteile im Wert von 32,7 Mrd. CAD aus. Neben der Belieferung der Fahrzeugfertigung versorgt die Branche Kanadas gut ausgebautes Händlernetz, das für seine erstklassige Kundenbetreuungs- und Serviceleistungen bekannt ist, mit Zubehör- und Ersatzteilen.

Schwerpunkte kanadischer Kompetenz

Metallbearbeitung

  • Innovative Gusstechniken für Leichtmetallteile
  • Stanzen und Spanen
  • Blech- und Rohrbiegen
  • Schweißen und Fügen
  • Pulvermetallurgie

Innovative Werkstoffe

  • Leichtbauwerkstoffe
  • Nanomaterialien
  • biotechnische Werkstoffe

Innovative Konstruktion, Visualisierung und Fertigung

  • Prüf- und Bildverarbeitungssysteme
  • Laser Imaging
  • Werkzeugbestückung und Robotertechnik
  • Stereolithographie, Laserdeposition
  • Virtual Design

Innovative Technologien

  • Mechatronik
  • Antriebsstrangtechnik
  • saubere Dieselaggregate
  • Brennstoffzellen, Wasserstoff und andere alternative Kraftstoffe
  • homogene Selbstzündung

Innovation nimmt Fahrt auf

Kanada ist ein erstklassiger Standort für die Entwicklung und Erprobung von neuen Produkten und für die kommerzielle Verwertung neuer Technologien. Unternehmen, die in Kanada eigene Standorte betreiben oder eröffnen, profitieren von großzügigen F&E-bezogenen Steuervergünstigungen und Förderangeboten sowie von der Zusammenarbeit mit dynamischen Clustern. Dazu einige Beispiele:

  • AUTO21 ist Kanadas landesweites Netzwerk der Exzellenzzentren für die Forschung und Entwicklung im Automobilbereich. Über 120 brancheneigene, staatliche und institutionelle Partner unterstützen mehr als 230 namhafte Wissenschaftler in über 35 Universitätsinstituten, staatlichen Forschungseinrichtungen und privaten Forschungslabors in ganz Kanada.
  • Automotive Innovation Fund: Das mit 250 Mio. CAD dotierte Programm dient zur Förderung großer, strategischer F&E-Projekte im Automobilsektor, die die Entwicklung innovativer, umweltfreundlicher und verbrauchsarmer Fahrzeuge zum Ziel haben.
  • Automotive Research and Development Centre: Die Schwerpunkte des mit 500 Mio. CAD ausgestatteten Forschungsprogramms liegen u. a. in den Bereichen alternative Kraftstoffe, maschinenbauliche Konstruktion, Motor- und Getriebekonstruktion, innovative Werkstoffe, Emissionen, Biomechanik und Fahrzeugsicherheit.
  • Automotive R&D Partnership Initiative: Das mit 145 Mio. CAD dotierte Programm will die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche durch industrieeigene Forschungsvorhaben stärken.
  • Partnership for the Advancement of Collaborative Engineering Education: Das mit 240 Mio. CAD ausgestattete Programme konzentriert sich auf die Software- und Hardwareentwicklung in den Bereichen rechnergestützte Konstruktion (CAD), Fertigung (CAM) und Engineering (CAE) sowie auf entsprechende Ausbildungs- und Schulungsmöglichkeiten.

Publikationen

Weitere Informationen