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Landwirtschaftliche Biotechnologie

Ein Gebiet, das wir mit Erfolg beackern

Kanada beansprucht im Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor eine weltweite Vorreiterrolle. Der Anteil von Unternehmen, die im Bereich der landwirtschaftlich-nahrungsmittelbezogenen Anwendungen tätig sind, ist einer der höchsten im OECD-Vergleich (28 %). Dabei übersteigt der Umsatz der kanadischen Firmen den der Agrarunternehmen in den USA und ist mehr als doppelt so hoch wie in Japan und Großbritannien.

Diese Zahlen überraschen kaum, wenn man bedenkt:

  • Zwischen 2002 und 2005 wuchs die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen in Kanada um 53 %, in den USA hingegen nur um 28 %.
  • Nirgendwo sonst werden spezifische Merkmale von neuen gentechnisch veränderten Pflanzensorten ähnlich intensiv in Feldversuchen erprobt wie in Kanada.
  • In Kanada hat der Anteil aller im Inland durchgeführten Feldversuche zur Erprobung von ackerbaulichen Merkmalen am stärksten zugenommen. 2005 lag der Zuwachs hier bei 22 % gegenüber 17 % in den USA.

Führende Bereiche des grünen Biotech-Sektors in Kanada

  • Pflanzliche Biotechnologie: Gewebekulturen, Keimlingsentwicklung, genetische Marker, Gentechnik
  • Biotechnologie der Nutztiere: Diagnostik, Therapeutik, Embryotransplantationen, genetische Marker, Gentechnik
  • Anbau von Nichtnahrungspflanzen: für Kraftstoffe, Schmiermittel, Einsatzstoffe für die Grundstoff- und Feinchemie, Kosmetika

Führende Regionen

Saskatoon

Als eines der weltweit führenden Zentren für landwirtschaftliche Biotechnologie ist Saskatoon einer der dynamischsten Standorte für die kommerzielle Verwertung von Innovationen aus den Biowissenschaften. Das hier ansässige Plant Biotechnology Institute des Nationalen Forschungsrats NRC bietet Unternehmen eine umfangreiche Leistungspalette, wozu auch die Nutzung von Laboreinrichtungen und modernsten Gerätschaften aus der Genomforschung gehören. Durch das Partnerschaftsprogramm des Instituts erhalten Firmenneugründungen in der kritischen Frühphase wertvolle Unterstützung, um ein solides technisches und unternehmerisches Fundament aufzubauen.

Im Cluster Saskatoon sind mehr als 40 Unternehmen angesiedelt, die bahnbrechende F&E-Arbeit in der grünen Biotechnologie leisten. Auf sie entfallen 30 % der kanadischen Aktivitäten in diesem Bereich. Saskatoon kann so seinen einzigartigen technologischen Erfahrungsschatz und seine Kompetenz in der kommerziellen Verwertung von Forschungsergebnissen dazu nutzen, um in den rasch wachsenden Märkten für funktionelle Lebensmittel, Nutrazeutika und industrielle Biotech-Produkte eine Diversifizierung zu erreichen. So wurde in diesem Cluster beispielsweise Nordamerikas größtes Produktionszentrum für mikrobielle Inoculantien zur Beimpfung von Leguminosen und Getreide aufgebaut. Ebenso gilt Saskatoon als eine der wettbewerbsstärksten Städte der Welt im Bereich der Nahrungsmittelverarbeitung. Die jährlichen Umsätze des Clusters belaufen sich auf knapp 60 Mio. CAD.

Weitere Informationen: Saskatoon Regional Economic Development Authority, Strategis

Ontario

Kanadas Advanced Foods and Materials Network (AFMNET, das dem nationalen Netzwerk der Exzellenzzentren angehört, fördert Partnerschaften mit 87 kanadischen Forschungsspezialisten aus den Bereichen funktionelle Lebensmittel, Nutrazeutika, biotechnologisch erzeugte Werkstoffe und Genetik sowie aus verwandten gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen wie Recht und Ethik. In den Jahren 2006/07 stellte AFMNET 15 Mio. CAD für 20 Kooperationsprojekte in ganz Kanada bereit, die auch der Industrie zugute kommen, denn der Technologietransfer stellt dabei eine zentrale Zielsetzung dar.

Guelph Food Technology Center: Bei dem Zentrum handelt es sich um eine global anerkannte Einrichtung, die mit ihrer innovativen Technologie, mit Schulungsangeboten und Qualitätsmanagementlösungen Unternehmen aus dem Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor dabei unterstützt, ihre Chancen am Markt optimal zu nutzen.

Québec

Agriculture and Agri-Food Reference Centre (auf Französisch): Zur Steigerung der Produktivität und Innovationskraft unterhält das Zentrum eine umfassende branchenbezogene Dokumentation, die von einem Expertennetz, das 675 Mitglieder umfasst, betreut wird.

Cintech Agroalimentaire: Das gemeinnützige branchenspezifische Forschungszentrum bietet fachkundige Unterstützung für technische Innovationen: von der Konzeption bis zur Vermarktung von landwirtschaftlichen Nahrungsmitteln. Sein Leistungsangebot umfasst komplett ausgestattete F&E-Laboratorien, Analysen, Pilotanlagen, sensorische Beurteilungen sowie eine Versuchsküche. Für anrechenbare Kosten im Zusammenhang mit der technischen Adaptierung können Unternehmen Steuergutschriften von 40 % in Anspruch nehmen.

Nutraceuticals and Functional Foods Institute: An dem zur Laval University gehörenden Institut betreuen mehr als 60 Wissenschaftler Forschungsprojekte in den Bereichen Ernährungswissenschaften, Diätetik, Genom- und Proteomforschung, Pflanzen- und Tierphysiologie, Chemie, Biochemie, Medizin, Pharmakognosie, Mikrobiologie, Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelwirtschaft.

Quebec Institute for Agri-food Technology (auf Französisch): Das Institut umfasst die drei Campus-Anlagen Québecs im Bereich der landwirtschaftlichen Nahrungsmittel und bietet spezialisierte Ausbildungsgänge an, die in der Branche einen hervorragenden Ruf genießen. Gleichzeitig spielt es eine wichtige Mittlerrolle für den Technologietransfer.

Research and Development Institute for the Agri-Environment: Der gemeinnützige Forschungsverband betreut ein Netzwerk von Forschern aus staatlichen, universitären und brancheneigenen Einrichtungen.

Inspiration und Unterstützung für die Branche

Das Ministerium für Landwirtschaft und Nahrungsmittel AAFC (Agriculture and Agri-food Canada) betreibt 19 Exzellenzzentren in ganz Kanada. Diese arbeiten mit der Branche eng im Rahmen von Projekten zusammen, die wichtige Impulse für den Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor in Kanada liefern sollen. Durch die Zentren wird zudem die Clusterbildung und Industrieansiedelung gefördert.

Das Förderprogramm Advancing Canadian Agriculture and Agri-Food (ACAAF) stellt über einen Fünf-Jahres-Zeitraum 240 Mio. CAD bereit, um dem kanadischen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor durch das Ausschöpfen von neuen Möglichkeiten auch künftig eine Vorreiterrolle zu sichern.

Das AAFC hat zudem ein Nahrungsmittelforschungsprogramm aufgelegt, das eine Teilnahme amMatching Investment Initiative Program ermöglicht. Dieses ergänzt die F&E-Beiträge der Industrie zu gemeinsamen Forschungsprojekten in Bereichen wie biotechnischen Lebensmittelzutaten durch staatliche Mittel in gleicher Höhe.


Publikationen

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