Biopharmazeutika

Kanadas Biopharmasektor

Ein Tonikum für Investoren

Kanadische Wissenschaftler haben sich mit bahnbrechenden Forschungsergebnissen wie der Entdeckung eines Gens, das die Vermehrung von HIV blockiert, oder mit Arbeiten zur Erforschung von neuartigen Antibiotika-Alternativen eine Vorreiterrolle gesichert, wobei dieser Prozess vor allem von der Biopharmabranche vorangetrieben wird. Mehr als die Hälfte aller kanadischen Life-Science-Firmen sind im Bereich Humanmedizin tätig, auf den 70 % der Umsätze und knapp 90 % der F&E entfallen. Kanada verzeichnet bei der Anmeldung medizinischer Patente das stärkste Wachstum innerhalb der G8 und liegt international auf Platz 4. Dass führende Vertreter aus der Branche globale Nischen in zahlreichen Wachstumsbereichen erobern konnten, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Kanada über einige der besten Forschungskliniken, Bildungseinrichtungen und Wissenschaftszentren der Welt verfügt. Nimmt man noch den 20 Jahre geltenden Patentschutz, die überaus großzügigen F&E-bezogenen Steuervergünstigungen und das umfassende Angebot an Forschungskräften mit Hochschulabschluss oder Promotion hinzu, dann ist offenkundig, dass die Innovationskraft der kanadischen Unternehmen allenfalls durch die Grenzen unserer Vorstellungskraft beschränkt ist.

Was Kanada Ihnen zu bieten hat

  • Der inländische Biopharmamarkt hat ein Volumen von 19 Mrd. CAD. Die Ausfuhren belaufen sich auf 6,3 Mrd. CAD, wovon 80 % für die USA bestimmt sind.
  • Fünf kanadische Städte gelten als wichtige Ausbildungszentren mit einer hohen Anzahl von Abgängern in verschiedenen Life-Science-Disziplinen.
  • Kanada hat beim F&E-Personal im Life-Science-Bereich, bei den externen Patentanmeldungen und bei den F&E-Ausgaben der Unternehmen die höchsten Zuwachsraten der G7-Staaten zu verzeichnen und bietet zugleich in der Life-Science-Branche das niedrigste Arbeitskostenniveau.
  • Die meisten wichtigen Pharmakonzerne verfügen in Kanada über Pilot- und große Produktionsanlagen sowie Forschungsstandorte, so auch in spezialisierten Bereichen wie der Herstellung von kleinen Molekülen und Biologika.
  • Kanada gehört zu den Ländern mit den attraktivsten langfristigen F&E-Steueranreizen der Welt.

Kanadas Stärken im Biopharmasektor

  • Entdeckung und Charakterisierung von therapeutisch relevanten Zielmolekülen
  • Genomik- und Proteomikplattformen
  • Impfstoffe und Immuntherapeutika
  • regenerative Medizin und Stammzellenforschung
  • Medikamentenformulierung sowie Darreichungs- und Dosiersysteme
  • Biologika und feinchemische Synthese
  • klinische Forschung

„Die Branche trägt jährlich mit 12 Mrd. CAD zur Wirtschaftsleistung des Landes bei und gibt mehr als 100.000 Menschen in ganz Kanada einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Der Sektor unterstützt zudem über 20.000 Wissenschaftler, klinische Forscher und andere F&E-Mitarbeiter. Partnerschaften zwischen dem öffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft stellen einen wesentlichen Faktor für die Maximierung der Investitionsrendite in der medizinischen Forschung und für ihre Innovationskraft sowie für die kommerzielle Verwertung der Forschungsergebnisse dar.”
Kanadischer Verband der forschenden Pharmaunternehmen Rx&D (Canada ’s Research-Based Pharmaceutical Companies)

Wo Kanada die Nase vorn hat

Forschung & Entwicklung

Vom Durchbruch bei der Entdeckung neuer Zielmoleküle bis hin zu klinischen Studie der Phase III: 2007 flossen in Kanada mehr als 1,3 Mrd. CAD in die Biopharmaforschung, in der über 30.000 Forschungskräfte in Laboren, Produktionsstätten, Krankenhäusern und klinischen Zentren im ganzen Land tätig sind. So hat sich der kanadische F&E-Sektor durch den Einsatz modernster Technik und führender Verfahren, die schnelle Anwerbung von Patienten, die strenge Einhaltung der Grundsätze guter Laborpraxis (GLP), guter klinischer Praxis (GCP) und guter Herstellungspraxis (GMP) und die Generierung belastbarer Daten von hoher Qualität einen Namen gemacht.

Produktion

Angesichts des problemlosen Zugangs und geringer Entfernungen zum US-Markt haben viele wichtige Biopharmaunternehmen Kanada als Produktionsstandort gewählt. Für die Investitionsentscheidungen von einigen der größten Medikamentenhersteller der Welt, wie z. B. GSK oder Sanofi-Aventis, spielten auch die Professionalität des kanadischen Personals bei der Einhaltung der Grundsätze guter Herstellungspraxis (GMP) und der Ruf Kanadas als qualitätsstarker, kostengünstiger Produktionsstandort in Nordamerika eine wichtige Rolle.

Pharmadienstleister

In Kanada sind erstklassige im Entwicklungs- und klinischen Bereiche tätige Auftragsforschungsunternehmen und Lohnhersteller zu Hause, deren Dienste von führenden Pharmakonzernen aus aller Welt in Anspruch genommen werden. Zahlreiche Dienstleister von Weltrang unterstützen ihre multinationale Klientel mit einer umfassenden Palette grundlegender F&E-Tätigkeiten und tragen so zum Wachstum des Biopharmasektors bei.

Exzellenzzentren im Biopharmasektor

Kanadas erklärtes Ziel ist die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovationen und ihrer kommerziellen Verwertung. In zahlreichen vom Bund finanzierten Forschungsinstituten und Exzellenzzentren von Weltrang werden bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, die von der Industrie weiter verwertet werden können. Viele dieser Forschungseinrichtungen konzentrieren sich insbesondere auf humanmedizinische Disziplinen:

Dabei fördern die Centres of Excellence for Commercialization and Research (CECR) die Erforschung und kommerzielle Verwertung von Technologien, Produkten und Leistungen. Ihre Tätigkeitsfelder entsprechen den Prioritätsbereichen, die in der offiziellen Wissenschafts- und Technologiestrategie (Science and Technology Strategy) des kanadischen Industrieministeriums genannt sind, darunter auch der Bereich Gesundheit.

Innovationscluster

Toronto gehört zu den größten Biopharmaclustern und medizinischen Zentren Nordamerikas. Die zahlreichen hier ansässigen Forschungskliniken und spezialisierten Einrichtungen wie das im Bereich Zell- und Biomolekularforschung tätige Centre for Cellular and Biomolecular Research oder das medizinisch-wissenschaftliche Forschungsprojekt MARS (Medical and Related Sciences) erhalten jährlich mehr als 400 Mio. CAD an Forschungsgeldern und haben Toronto zu einem weltweit führenden Zentrum der Genom- und Proteomforschung und der Bioinformatik gemacht. Als wichtiges Distributionszentrum innerhalb des Arzneiversorgungsnetzes besitzt Toronto zudem modernste Anlagen für die Pharmaproduktion. So sind große, global agierende Biopharmakonzerne wie beispielsweise Bayer, Eli Lilly, GSK und Sanofi Pasteur in der Stadt ansässig.

Montréals großes Biopharmacluster verfügt über eine riesige Bandbreite an Ressourcen, angefangen von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung und kommerziellen Verwertung von innovativen Produkten. Durch das Cluster besitzt Montréal nicht nur umfangreiches Knowhow in der klinischen Forschung, sondern profitiert auch von dynamischen Unternehmensgründungen in den Bereichen Bioinformatik und Medizintechnik. Zudem sind in der Stadt mehrere Hersteller von Generika und patentgeschützten Originalpräparaten ansässig, die etwa 15.000 Menschen beschäftigen. Durch seine herausragende Stellung in der Impfstoffproduktion und in der biotechnischen Herstellung von therapeutischen Proteinen hat sich Montréal einen Ruf als führender F&E-Standort erworben. So sind hier zahlreiche international renommierte Forschungseinrichtungen ansässig, wie beispielsweise das McGill University and Génome Québec Innovation Centre und das Biotechnology Research Institute. Zu den wichtigsten in Montréal tätigen Unternehmen zählen AstraZeneca, GSK, Merck Frosst, Novartis, Sanofi-Aventis und Wyeth.

In Vancouver liegen die Wurzeln der Branche bei zwei Unternehmen, die mit als erste Vertreter des globalen Biopharmasektors profitabel wirtschafteten: QLT und Angiotech. Insgesamt umfasst dieser Biopharmastandort mehr als 90 Unternehmen mit über 2.200 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von rund 779 Mio. CAD. Mit der Krebsbekämpfungsbehörde BC Cancer Agency, dem für Epidemieschutz zuständigen BC Centre for Disease Control und der University of British Columbia verfügt Vancouver außerdem über weltweit führende Forschungseinrichtungen.