Medizinprodukte
Medizinprodukte
Ertragskraft durch Spitzentechnologie
Innovationen sind für die kanadischen Medizinproduktehersteller mehr als nur ein Schlagwort. Innovationen sind der Kern ihrer Geschäftsstrategie. Bei den digitalen bildgebenden Verfahren, in der In-vitro-Diagnostik, bei kardiovaskulären Produkten, Zahnimplantaten und zahntechnischen Werkstoffen oder auch bei häuslichen Pflegeprodukten gehören sie zur globalen Spitzengruppe und haben für viele ihrer Neuentwicklungen als erste Anbieter die aufsichtsbehördliche Zulassung erhalten. Zahlreiche weltweit führende Medizinproduktehersteller sind in Kanada schon heute mit Standorten vertreten, um technische Innovationen für sich möglichst schnell auch kommerziell nutzen zu können. Andere fühlen sich von der hohen Ertragskraft der hier ansässigen Unternehmen angezogen.
Kanada ist durch sein fortschrittliches Aufsichtssystem, die großzügigen F&E-bezogenen Steuervergünstigungen, die geringen Arbeits- und Betriebskosten und die am besten qualifizierte Erwerbsbevölkerung der Welt ein wirtschaftlich äußerst attraktiver Standort für die Medizinprodukteindustrie. Nimmt man die Führungsposition des Landes in verwandten Disziplinen wie Biotechnologie, Werkstoffentwicklung, Mikroelektronik, Software, Informatik und Telekommunikation hinzu, so ist nur allzu leicht nachvollziehbar, warum viele wachstumsorientierte Investoren sich für Kanada entschieden haben.
Was Kanada Ihnen zu bieten hat
- 1.000 Unternehmen (vornehmlich kleiner und mittlerer Größe) mit 26.000 Beschäftigten
- Umsätze von 4 Mrd. CAD und Exporte von 2,4 Mrd. CAD, davon gehen 76 % in die USA (Stand 2007)
- umfassendes Angebot an hervorragend ausgebildeten und hoch produktiven Arbeitskräften
- niedrigstes Kostenniveau für Medizinproduktehersteller im G7-Vergleich
- Platz 2 im OECD-Vergleich bei den Steuernachlässen für F&E-Aufwendungen
- Platz 2 innerhalb der G7 beim Patentschutz
Führende Bereiche
Spezialisiert haben sich die kanadischen Medizinproduktehersteller auf medizinische, chirurgische und zahnmedizinische Ausrüstung und Geräte (insbesondere im elektromedizinischen Bereich und bei der zugehörigen Software), auf Möbel, medizinische Versorgungs- und Verbrauchsgüter, auf orthopädische Vorrichtungen und Prothesen sowie auf Diagnosekits, Reagenzien und Geräte. Als Schwerpunkte sind folgende Bereiche zu nennen:
Kardiovaskuläre Produkte
In Kanada sind zahlreiche hoch innovative Hersteller von kardiovaskulären Produkten ansässig, so beispielsweise Neovasc in Vancouver, Novadaq Technologies im Großraum Toronto und CryoCath Technologies in Montréal (2008 von Medtronic übernommen), ein Unternehmen, das Produkte entwickelt, die weltweit in über 500 Behandlungszentren eingesetzt werden.
Bildgebende Verfahren
Imaging Dynamics aus Calgary ist weltweit führend in der digitalen Radiographie. Die bildgebenden Systeme des Unternehmens sind in fast 40 Ländern verbreitet. Ebenso haben das von Advanced Research Technologies entwickelte Brustkrebsdiagnosegerät SoftScan® und die weltbekannten Bildanalyseprodukte von Clemex Technologies Kanada eine führende Position in diesem Bereich verschafft.
In-vitro-Diagnostik
In der In-vitro-Diagnostik nimmt Kanada dank der schnellen nach dem Durchflussprinzip arbeitenden Diagnostika von MedMira Laboratories eine Vorreiterstellung ein. Das in Halifax ansässige Unternehmen ist das einzige, das für diese Art von Schnelltest die Zulassung in den USA, China und der Europäischen Union erhalten hat. Das Unternehmen Response Biomedial Corp. aus dem Großraum Vancouver ist wiederum strategische Allianzen mit 3M und Roche Diagnostics eingegangen, um seine diagnostischen Testverfahren in verschiedenen Regionen der Welt zu vermarkten.
Technische Spitzenleistungen
Die Medizinproduktehersteller des Landes profitieren vor allem von den innovativen Forschungsaktivitäten der kanadischen Universitäten, Forschungsinstitute und Kliniken. So sind beinahe 10 % der Unternehmen als Ausgründungen aus universitären Strukturen, anderen Unternehmen oder Labors hervorgegangen. Die führenden Cluster befinden sich in folgenden kanadischen Städten:
Toronto ist der Sitz des MARS Centre, das als Beratungs- und Kontaktstelle für Kanadas größten Forschungskomplex mit seinen Lehrkrankenhäusern, der University of Torontound den mehr als zwei Dutzend angegliederten Forschungsinstituten fungiert. Überdies sind in Toronto viele multinationale Medizinproduktehersteller durch Tochterfirmen vertreten, die sich auf bildgebende Verfahren, Robotertechnik und E-Gesundheit spezialisiert haben. Unterstützt wird der Sektor von verschiedenen in der Provinz angesiedelten Universitäten und Colleges. Mit rund 29.000 Abgängern, die hier jährlich ihr Studium in mathematischen, technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern abschließen, versorgen sie die Branche stetig mit Nachwuchskräften.
Montréals boomender Medizintechniksektor umfasst Unternehmen, die sich auf die Bereiche Radiologie, Kardiologie, Orthopädie, Onkologie, Geburtshilfe, klinische Entscheidungsprozesse, Zahnmedizin und Telechirurgie spezialisiert haben. Die in der Stadt ansässigen Unternehmen profitieren von Québecs Optik- und Photoniksektor sowie vom in den Bereichen Werkstoffe und Bearbeitungsverfahren tätigen Industrial Materials Institute des Nationalen Forschungsrates NRC. Außerdem sind in der Region zwei neue an die Universitäten angegliederte Klinikzentren geplant, die das Sektorcluster zusätzlich stärken werden: das Centre hospitalier de l’Université de Montréal und das McGill University Health Centre. In Montréal sind zahlreiche führende Branchenvertreter wie Art, Noveko International, Orthosoft und Resonant Medical zu Hause.
Winnipeg ist ein wichtiger Forschungsstandort für den Bereich der Kernspintomographie und anderer nicht-invasiver chirurgischer Techniken. Federführend sind dabei das Institute for Biodiagnostics des Nationalen Forschungsrates, das als Kanadas modernstes Zentrum für Kernspintechnologie gilt, sowie das Forschungszentrum des St. Boniface General Hospital. Als weitere wichtige Einrichtungen sind in Winnipeg das als Forschungs- und Universitätsklinikum fungierende Health Sciences Centre der University of Manitoba und das Centre for the Commercialization of Biomedical Technology zu nennen, das die kommerzielle Verwertung von biomedizinischen Innovationen fördert. Zu den bedeutendsten Branchenvertretern aus der Region zählen IMRIS Inc., ein weltweit führender Anbieter von voll integrierten, bildgebenden Systemen zur intraoperativen Unterstützung, sowie Intelligent Hospital Systems Inc., ein Unternehmen, das Automatisierungslösungen für Krankenhäuser entwickelt.
Edmonton und die umliegende Region verfügen mit ihren weltweit anerkannten Wissenschaftlern und erstklassigen Einrichtungen über umfangreiche biomedizinische Forschungsressourcen. Die University of Alberta, die University of Calgary und die University of Lethbridge haben erstklassige Voraussetzungen für die Grundlagenforschung geschaffen, in der sich insbesondere Einrichtungen wie das National Institute for Nanotechnology und das Institute for Biodiagnostics (West) des Nationalen Forschungsrates engagieren. Die Medizinprodukteindustrie der Region genießt auf dem Gebiet der Wundbehandlung, der persönlichen Schutzausrüstung, der medizinischen Diagnostik und der bildgebenden Medizintechnik einen hervorragenden Ruf.
Die in Vancouver ansässigen Medizinproduktehersteller und Distributionsgesellschaften haben sich u. a. auf die interventionelle Kardiologie und kardiologische Implantate, auf Ultraschalldiagnostik und ‑therapie, auf diagnostische Prüf- und Analyseverfahren sowie auf die Entwicklung und Konstruktion von orthopädischen Vorrichtungen und Hilfsmitteln spezialisiert. Gefördert wird der Erfolg des Sektors durch umfangreiche Investitionen. So flossen in den vergangenen Jahren 1,5 Mrd. CAD in die wissenschaftliche Infrastruktur und in wichtige F&E-Projekte. Zudem unterstützten die 4D Labs der Simon Fraser University das Cluster durch die Entwicklung von innovativen Werkstoffen und Geräten im Nanomaßstab.
In Halifax investieren die prominentesten Vertreter des Technologieclusters jährlich etwa 100 Mio. CAD in die Forschung. Im Verbund mit den örtlichen Universitäten, Colleges, Krankenhäusern und staatlichen Forschungslabors aus dem Life-Science-Bereich arbeiten führende Medizinproduktehersteller ständig daran, neue, innovative Produkte zu entwickeln. Zu den in Halifax beheimateten Unternehmen gehören die als Hersteller von In-vitro-Diagnostika bekannte MedMira Laboratories, die auf gesundheitliche Probleme von Frauen spezialisierte Eastmed sowie der chirurgische Gerätehersteller St. Andrew’s Cross.
